I Run 661 – KW 10

Die zweite Woche der Challenge beginnt, nun muss sich zeigen ob mein Körper mit dem Stress, des täglichen Laufens, fertig wird. Welche Höhen und Tiefen ich durchlebt habe, könnt ihr hier nachlesen.

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Was soll ich nur anziehen? Montag 5.03.2018, ca. 15:15

Meine Stimmung: in freudiger Erwartung

Die Sonne scheint und ich kann es kaum erwarten aus dem Büro hinaus und in die Laufschuhe hinein zu kommen. Daran ändert auch eine weitere schlaflose Nacht nichts. Meine Strecke wird über Teile der gestrigen Wanderroute führen, diesmal starte ich von zu Hause aus was mir einige weitere Höhenmeter und Streckenkilometer einbringt. Unsicher bin ich bei der Wahl der Kleidung: In der Sonne ist es warm, im Wald lag gestern Schnee und Eis und der Wind wird ebenfalls frisch sein. Ich entscheide mich zu einem dünnen langärmligen Hemd sowie einer Fleece Jacke.
Meine Beine fordern heute gemäßigtes Tempo, die Nachwirkungen der vergangenen Tage, insbesondere von Samstag, spüre ich deutlich. Macht nichts, bislang war ich ohnehin zu schnell unterwegs und das langsam laufen üben ist ein erklärtes Ziel der Challenge, es wird Zeit damit anzufangen. In der Sonne ist es warm und schon bald fange ich an zu schwitzen. Gegenmaßnahme: Jacke öffnen, so luftig war ich lange nicht mehr unterwegs. Wie immer habe ich meinen Trinkrucksack dabei, wo er in den letzten Tagen eher unnützen Ballast darstellte, bin ich heute froh darüber.
Mein Weg führt zunächst über offenes Gelände, ich tanke Sonne, während ich Höhenmeter um Höhenmeter gewinne, dann erreiche in den Wald. Schnee und Eis ist verschwunden, ist durchgängigen Matsch gewichen. Kraftraubendes Laufen auf ohnehin müden Beinen. Stört mich heute nicht, ich bin nach wie vor bester Laune, die Kilometer vergehen wie im Fluge. Als ich den Waldrand erreiche setzt die Dämmerung ein, ohne die Sonne ist es frisch, insbesondere im Wind und mit den durchgeschwitzten Klamotten am Leib, klarer Fehler: Ich hätte die Jacke im Rucksack transportieren und erst jetzt anlegen sollen. Ich sehe zu das ich nach Hause komme.

Distanz: 22,49km Höhenmeter: 253 Dauer: 2:12:35

 

Intuition – Dienstag 6.03.2018, ca. 15:15

Meine Stimmung: Ich schlaf gleich ein

Die dritte schlaflose Nacht liegt hinter mir, ich bin müde und erschöpft fühle mich kraftlos, weniger in den Beinen, denen geht es etwas besser als gestern, als im Kopf. An die Streckenplanung verschwende ich heute keine Gedanken, ich vertraue meiner Intuition, sie wird wissen, wie ich auf etwa 22 Kilometer komme. Falls nicht muss ich, zur Not, eine Runde um das Dorf dranhängen. Ist mir im Augenblick völlig egal, möchte den Lauf nur hinter mich bringen und schlafen.
Quälend langsam gewinne ich Strecke. So kommt es mir zumindest vor, meine Laufuhr bescheinigt mir Kilometerzeiten von deutlich unter sechs Minuten, mein Körpergefühl behauptet sieben oder langsamer. Meine unbewusste Streckenplanung führt mich zunächst in das Nachbardorf, kein Wunder, fünf einfache Kilometer auf gut ausgebauten Wegen. Von dort aus geht es einen Hang hinauf und auf eine vier Kilometer lange Runde auf Feldwegen, schon etwas fordernder. Hier bin ich, um für Rodgau zu trainieren, zehn Umläufe lang gekreiselt. Heute hat der Streckenplaner nur eine verordnet, dann führt mein Weg mich auf eine Landstraße, bergan, bergab, bergan von der Straße runter und in den Wald hinein. Ich ahne, worauf das hinausläuft. Eine kurze steile Rampe hinauf dann dafür eine lang gezogene Abfahrt hinunter. Hier liegt noch Schnee, denke ich und fliege, Sekunden später, fast auf die Nase als ich ins Rutschen gerate. Etwas aufmerksamer laufe ich weiter, ein letztes Mal bergan, auf schwindendem Schnee. Ein Blick zur Uhr sagt mir, das ich neunzehn Kilometer geschafft habe, von hier sind es etwa vier bis nach Hause. Damit zufrieden zieht sich das Denken wieder in schläfrige Trägheit zurück und überlässt es meinem Körper die letzten notwendigen Schritte bis nach Hause zurückzulegen.

Distanz: 22,86km Höhenmeter: 292 Dauer: 2:13:47

Gegen den Wind – Mittwoch 7.03.2018, ca. 14:30

Meine Stimmung: ausgeglichen

Nach einer bitter notwendigen erholsamen Nacht fühle ich mich heute ausgeruht und bereit zu neuen Taten. Wieder stehen 22 Kilometer an, die ersten sieben davon führen über Nebenstraßen, die nur wenig Deckung gegen den strammen Gegenwind bieten. Trotz der angenehmen Temperaturen kühle ich spürbar aus. Ich bereue es nicht zumindest ein Buff, für den Hals, eingepackt zu haben.
Endlich erreiche ich einen Waldweg, der Deckung verspricht. Zumindest war hier noch Wald, als ich das letzte Mal hier langgelaufen bin, was gar nicht so lange zurück liegt. Jüngst wurde hier offensichtlich gerodet und öffnet so den wenig reizvollen Blick auf die angrenzende Autobahn. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, wie viel von den umliegenden Wäldern in den nächsten zehn Jahren noch existieren wird.
Ich lasse das, was vom Wald übrig ist hinter mir und laufe wieder gegen den Wind an. Wenige Kilometer später steht der erste von zwei Anstiegen an, nicht sonderlich lang, dafür extrem steil. Obwohl ich mich mental auf Gehen eingestellt habe, gelingt es mir, die Rampe im Laufschritt zu erklimmen. Ich werte das als positives Signal, heute bin ich gut drauf und mein Körper hat den langen Lauf von Samstag verdaut. Hier beginnt mein Heimweg und aus dem Gegenwind wird Rückenwind. Es folgt ein zweiter, steiler Anstieg und eine lange Talfahrt, hinab nach Schlüsselfeld. Dort wartet die letzte markante Rampe auf mich, auch diese gelingt im Laufschritt, der Rest des Weges führt mich über gut ausgebaute Feldwege mit leicht welligem Profil. Alles im Allen ein eher einfacherer Lauf heute, muss auch mal sein.

Distanz: 22,16km Höhenmeter: 240 Dauer: 2:06:42

Geteiltes Leid ist doppeltes Leid – Donnerstag 8.03.2018, ca. 13:30

Meine Stimmung: gestresst

Trotz Überstunden und Frühem aufstehens, reicht die Zeit heute nicht, um die geplanten 22 Kilometer in einem Rutsch zu laufen. Grund dafür ist ein Termin im Autohaus. Würde ich erst im Anschluss aufbrechen, wäre ich frühestens um 22 Uhr zu Hause. Den Lauf auf zwei Etappen aufzuteilen, ist daher die praktikabelste Lösung. Zwei Läufe und zwei Hunde können kein Zufall sein, es liegt nahe jeden Lauf mit jeweils einen der Beiden zu bestreiten.
Ich beginne mit Amak, meine Runde ist etwa 12,5 Kilometer lang. Kaum gestartet geht es bergan, noch nicht eingelaufen fühlt sich das unrund und steifbeinig an. Oben angekommen bin ich schon ziemlich erschöpft, zum Glück folgen einige leichte Kilometer. Amak trabt gleichmütig vor mir her, ich trabe ebenso hinterher. Echte Lauflust stellt sich nicht ein. Eine steile Abfahrt gefolgt von einem langen Auslauf lässt uns Geschwindigkeit aufnehmen. Wenig später laufen wir eine ebenso lange Rampe hinauf, jetzt eingelaufen fällt mir der Anstieg nicht mehr ganz so schwer. Es folgen vier weitere, ohne Begeisterung abgerissene Kilometer, dann ist die erste Schicht überstanden.

Distanz: 12,62km Höhenmeter: 173 Dauer: 1:11:47

Intervalltraining nach Tuaq – Donnerstag 08.03.2018, ca. 19:00

Meine Stimmung: erschöpft

Die zweite Runde bestreite ich mit Tuaq. Die beiden Hunde stammen aus dem gleichen Wurf, könnten jedoch im Verhalten nicht unterschiedlicher sein. Amak ist ruhig und läuft meist gleichmäßig, der geborene Langstreckenläufer. Tuaq ist deutlich impulsiver, liebt es schnell zu laufen, er läuft Klasse am Fahrrad oder am Dogscooter.
Die Strecke ist fast die gleiche, das Lauferlebnis nicht: Statt ruhigem Traben zwingt mir Tuaq ein Intervalltraining auf. Der Ablauf ist wie folgt: Hund stürmt los und Herrchen hat mühe zu folgen, Tuaq ist kaputt und macht langsam, sucht Pfützen zum trinken oder trabt neben mir her, bis er sich wieder ausgeruht hat und das Spiel von vorne beginnt.
Meine Versuche, ihn zu einem niedrigem Tempo zu bewegen, fruchten nicht, er hat zuviel Spaß am Laufen und ich bin zu müde und erschöpft um Kraft zum Bremsen aufzuopfern. Ganz möchte ich die Zügel bei der Wahl des Tempos nicht aus der Hand geben, ich fordere daher Tuaq ein hohes Tempo ab. Mal sehen, wir hier wen, fertig macht. Morgen werde ich das bereuen, davon bin ich überzeugt. Etwa acht Kilometer hetzen wir so durch den Wald, danach kommen wir Zwei, zu der Übereinkunft das Traben doch gar nicht so verkehrt ist. Trotz der vielen Sprint Einlagen ist die Gesamtpace die schlechteste diesen Monat, Gleichmäßigkeit zahlt sich eben doch aus.
Hund und Herrchen sind jedenfalls nach dem Lauf Hundemüde, ich bin gespannt was meine Beine morgen zu dieser Unvernunft sagen.

Distanz: 12,39km Höhenmeter: 175 Dauer: 1:14:14

Neue Herausforderungen – Freitag 09.03.2018, ca. 14:30

Meine Stimmung: entschlossen

Inzwischen bin ich in der Challenge angekommen, mit dem täglichem Halbmarathon scheint mein Körper zurechtzukommen. Mein nächster Wettkampf, nach der Challenge und dem Loop, wird der Rennsteig Supermarathon sein. Dieser besteht nicht nur aus mehr als 73 Kilometern, sondern auch aus über 1800 Höhenmetern. Im Anschluss an die Challenge bleiben mir nur 1,5 Monate für die Vorbereitung. Davon werde ich wenigstens eine Woche zur Regeneration benötigen, weitere Zwei, für das Tapering. Der tägliche Halbmarathon reicht als Training nicht aus, ich muss daher versuchen, die verbleibende Zeit der Challenge, so gut wie möglich, für die spezifische Vorbereitung für den Rennsteig zu nutzen.
Aus diesem Grund habe ich mir für heute eine anspruchsvollere Strecke ausgesucht, einen Tick länger, ein paar Höhenmeter mehr und etwas schwierigeres Gelände.
Direkt von zu Hause aus geht es den Berg hinauf, die Beine finden das gar nicht lustig, so bin ich schon außer Atem, als der erste Anstieg überwunden ist. Es ist mild, aber bewölkt, Eis und Schnee ist geschmolzen und hat den Wald in einen Sumpf verwandelt. Ich sinke bei jedem Schritt ein, muss großen Pfützen ausweichen und mir meinem Weg im Zick-Zack bahnen. Der zweite Anstieg ist kurz, aber sehr steil, der Untergrund noch immer rutschig, die Beine protestieren und ich gebe nach und gehe den zweiten Teil. Kein guter Start in das neue Training.
Es folgen zwei Abwärtskilometer, Zeit zum Regenerieren die gut tut. Der nächste Anstieg ist deutlich länger, zunächst flach, nur das letzte Stück sehr steil, diesmal klappt das Durchlaufen. Ich verlasse den Wald und laufe über offenes Gelände, Wind und Nieselregen empfängt mich.
Es folgt ein einfacherer Abschnitt, zwei Anstiege, die ich beide laufend bewältigen kann. Es bleibt ein finaler Hügel, wieder im Wald. Nebel zwischen den Bäumen, ich klebe am ganzen Körper, teils vom Schweiß teils vom Regen. Mit Minischritten steppe ich den Berg hinauf, die Beine jaulen, Atmung geht stoßweite, ich bin fertig halte aber bis oben hin durch. Oben angekommen, gönnen ich mir ein paar Sekunden zum Durchschnaufen und trete dann die, problemlose, Heimreise an.

Distanz: 24,22km Höhenmeter: 391 Dauer: 2:24:20

Alles anders – Samstag 10.03.2018, ca. 12:30

Meine Stimmung: lustlos

Alles ändert sich: Geplant war heute zunächst eine Wanderung, gemeinsam mit Bekannten und deren Hunden, am Nachmittag mein langer Lauf und morgen eine weitere Wanderung. Wegen Krankheit fallen die Wanderungen ins Wasser. Dies erfordert eine Planänderung, schafft aber die Gelegenheit, an der morgigen Brückenchallenge teilzunehmen. Bei dieser geht es darum, so viele Brücken wie möglich zu überqueren (Sieben wäre doch eine schöne Zahl), das Event ist eine Motivationshilfe aus der „I Run 661“ Challenge.
Eine Motivationshilfe könnte ich heute ebenfalls gebrauchen, zum ersten mal in diesem Monat verspüre ich keine Lust auf den anstehenden Lauf. Theoretisch kann ich mir heute einen Ruhetag leisten, der war ursprünglich für morgen vorgesehen. Ich halte es jedoch für sinnvoller den Ruhetag auf den Montag zu legen, nach dem langen Lauf und heute die 22km vom Montag abzuleisten. Dadurch wird diese Woche etwas härter, die nächste, dann mit zwei Ruhetagen, dafür deutlich zahmer.
Letztlich entsteht Motivation durch mein schwaches Gedächtnis: Beim morgendlichen Wocheneinkauf habe ich etwas vergessen, mein Lauf wird mich daher zum nächsten Supermarkt führen.
Zu Beginn fühlen sich meine schwer an, das kenne ich inzwischen, nach und nach fällt die Müdigkeit von mir ab. Es ist angenehm mild und anders als in den letzten Tagen weitestgehend windstill. Die schweren Wolken am Himmel kündigen zwar Regen an, der ist aber erst für die Abendstunden gemeldet. Unter diesen Bedingungen fällt das Laufen leicht und langsam erwacht meine Lauflust.
Der erste Teil der Strecke ist flach, erst kurz vor Schlüsselfeld gilt es einen steilen Abschnitt zu überwinden. Belohnt wird man dafür mit einem hübschen Blick über die Kleinstadt und einer langen Abfahrt.
Nach etwa zwölf Kilometern ist der Supermarkt erreicht, der Einkauf ist schnell erledigt. Ein paar seltsame Blicke ernte ich in meinem Aufzug, aber das kenne ich inzwischen und stört mich nicht weiter.
Der zweite Teil vom Lauf ist anstrengender, mehrere Anstiege warten auf mich. Überraschend schnell stellt sich ein langsamer, kraftsparender, Rhythmus ein. Auf die Weise komme ich problemlos nach Hause und schließe so meinen Frieden mit dem fünften Halbmarathon der Woche.

Distanz: 22,38km Höhenmeter: 246 Dauer: 2:11:00

Auf allen Vieren – Sonntag 11.03.2018, ca. 10:00

Meine Stimmung: neugierig

Heute laufe ich kurz, nicht was die Distanz betrifft, sehr wohl aber die Kleidung. Bis zu 18 Grad sind gemeldet, dazu Sonnenschein, da stellt sich die Lauflust von alleine ein. Auf die Brückenchallenge verzichte ich nun doch, möchte lieber ein paar Höhenmeter sammeln und reizvolle Landschaft genießen. Ich starte nicht von zu Hause, sondern fahre zunächst an den Rand des Steigerwalds, nicht weit von uns. Meine Strecke wird mich weitestgehend durch Wälder führen, nur zweimal durchquere ich Ortschaften, etwas mehr als 40 Kilometer sind geplant, mit der Option auf Verlängerung, sofern es mir gut genug dazu geht. Ebenfalls erwarte ich einige harte Anstiege sowie Trail Abschnitte. Um meine müden Beine zu entlasten werde ich heute Trail Running Stöcke verwenden, eine Prämiere.
Die Strecke beginnt wellig, gibt mir Zeit mich einzulaufen und mich mit den Stöcken vertraut zu machen, klappt besser als gedacht. Nach ein paar kleineren Hügeln beginnt ein langer Abstieg. Ich laufe durch urtümlichen Wald, keine Menschenseele begegnet mir, herrlich friedlich und ich genieße jeden Schritt.
Der Abstieg endet und geht nahtlos in den ersten langen Anstieg über. Der Hügel nimmt kein Ende, die Stöcke helfen ungemein, entlasten die müden Beine können aber nicht verhindern das mir der Schweiß aus allen Poren rinnt. Zum Glück habe ich reichlich zu trinken dabei: Zwei Liter Wasser stehen in der Trinkblase bereit, ein weiterer halber Liter ISO transportiere ich, in einer Trinkflasche, im Gurt meines Rucksacks.

  

Endlich ist es geschafft, wenig später verlasse ich den Wald und steuer auf die erste Ortschaft zu. Die Stöcke falte ich zusammen und befestige ich an den Gurten meines Rucksacks. Das wirkt alles etwas wackelig, hält letztlich aber. Ich lasse die Ortschaft hinter mir und ein zweiter langer Anstieg beginnt, schnell sind die Stöcke wieder ausgepackt. Auf Asphalt klacker ich aufwärts. Ich bin heilfroh als ich den Waldrand erreiche, endlich wieder weichen Untergrund unter den Füßen. Wenig später ist der zweite harte Anstieg geschafft.
Erneut geht es durch dichten Wald hindurch, der Boden ist aufgeweicht das Laufen kraftraubend, belohnt werde ich wunderschönen Ansichten auf beiden Seiten. Nicht immer lassen sich die vorhandenen Wege sicher dem Track auf meiner Laufuhr zuordnen, zu verzweigt sind die Wege. Ich benötigte daher ein paar Navigationspausen, auch sonst bin ich eher gemütlich unterwegs, für schnell bin ich ohnehin, nach dieser Woche, zu erschöpft zum anderen genieße ich den Lauf und verspüre keinerlei Eile. Die meisten Wege sind gut ausgebaut aber auch der ein oder andere Trailabschnitt muss überwunden werden.

  

Am Ende eines weiteren Abstieg folge ich für einige Zeit einem kleinen Bach, hier lege ich eine Pause ein und gönne mir eine Energieriegel, etwa 25km sind geschafft. Ein dritter Anstieg beginnt, der längste bislang. Erneut bin ich dankbar die Stöcke dabei zu haben. Oben angekommen geht es für einige Kilometer eben dahin, gibt mir Zeit mich auszuruhen, bis ich den Wald verlasse.
Über eine Wiese geht es bergab, auf die nächste Ortschaft zu. Hier überquere ich tatsächlich die erste Brücke, besser als nichts für die Brücken Challenge. Die Mühe die Stöcke zu verstauen mache ich mir diesmal gar nicht erst, denn kurze Zeit später geht es erneut in den Wald. Von hier aus komme ich zurück ins Auto.

 

Die folgenden Kilometer gleichen einer Achterbahn: Kaum habe ich einen Hügel erklommen, geht es direkt wieder bergab bis zum nächsten Anstieg. Ich bin langsam unterwegs, schneller wäre nicht mehr möglich, zu schwer sind die Knochen. In dieser Geschwindigkeit fällt es mir aber alles im allen leichter als erwartet, Schritt an Schritt zu setzen. Nach etwa 38km treffe ich wieder auf den Weg den ich gekommen bin.
Von hier aus sind es noch etwa zwei Kilometer bis zum Auto. Da ich mich noch stark genug fühle hänge ich eine kleine Schleife dran um die Marathon Distanz voll zu bekommen. Erneut geht es abwärts, nach etwa ¾ der Schleife stehe ich vor einer Absperrung: Wegen Waldarbeiten ist der Durchgang verboten.

 

Da ich im Hintergrund ein Fichtenmoped röhren höre, ist es besser mich daran zu halten. Mir bleibt nur der Rückweg. Ich nehm es gelassen, auf die ein oder zwei Kilometer kommt es nicht mehr an. Wenig später erreiche ich den Parkplatz und beende meinen bislang längsten Lauf der Challenge.

Distanz: 44,74km Höhenmeter: 691 Dauer: 4:36:28

Diese Woche habe ich 183,86km zurückgelegt. Mein Vorsprung auf den Plan ist auf etwa 35,5km angewachsen. Insgesamt habe ich etwa 299 Kilometer auf dem Zähler, am Dienstag werde ich, voraussichtlich, die Halbzeit erreichen. Das tägliche Laufen hat Spuren an mir hinterlassen, vor allem merke ich das an kontinuierlich sinkender Geschwindigkeit.
Mit der nächsten Woche verknüpfe ich die Vorentscheidung über Erfolg- oder Misserfolg des Projekts. Im Anschluss folgt eine Regenerationswoche, in Vorbereitung auf die Infinity Loops. Ob mein Körper den Dauerstress eine weitere Woche aushält, vermag ich nicht abzuschätzen, es gilt auf jeden Fall aufmerksam zu bleiben.

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